Ist Ihr Schuldner nach England weggefahren? Oder liegt diese Möglichkeit in Verdacht? In den letzten Jahren haben eine große Menge deutsche Schuldner Insolvenz in England gemeldet. So machen sie, um von ihren Schulden sehr schneller als in Deutschland befreit zu werden: in den meisten Fällen erfolgt eine Restschuldbefreiung nur ein Jahr ab Konkurseröffnung in England. In der Regel muss eine englische Restschuldbefreiung (sowie eine Restschuldbefreiung von jeglichem EU-Mitgliedstaat) in Deutschland anerkannt werden.


Aber wenn Sie von einer Insolvenzanmeldung in oder einer Verlagerung nach England hören, ist nicht alles verloren. Keine Statistiken sind vorhanden, aber viele deutsche Schuldner haben auf gesetzwidriger Weise Insolvenz in England gemeldet.


Vorrausetzungen fürs Stellen in England eines Antrags zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens sind, dass der Schuldner während der zurückliegenden 6 Monate vor Antragstellung tatsächlich überwiegend in England gewohnt hat, und dass der Mittelpunkt seiner hauptsächlichen Interessen am Tag der Antragstellung wirklich in England liegt.


Tatsache ist, dass für viele deutsche Schuldner eine echte Verlagerung nach England nicht so attraktiv ist. Sie bedeutet nicht nur die Abwesenheit von der Familie, sondern auch: London und die dortigen Mieten sind unheimlich teuer im Vergleich zu den meisten deutschen Städten, und die Arbeitsmöglichkeiten für viele Deutsche in England sind begrenzt, um so mehr infolge der heutigen wirtschaftlichen Lage in England und der beträchtlichen Arbeitslosigkeit. Und obgleich London mit ihren Museen und anderen Sehenswürdigkeiten eine sehr interessante Stadt für einen Besuch ist, ist dort zu wohnen – mit manchen Problemen wie Überbevölkerung, Verbrechen, und Umweltverschmutzung, die in der Regel schlimmer als bei den meisten deutschen Städten sind – etwas ganz anderes.


Deswegen ist es für viele deutsche Schuldner verlockend, bei ihrem Insolvenzantrag, wo sie vollständige Auskünfte zu ihren finanziellen Angelegenheiten angeben müssen, ihre Verhältnisse mit England zu übertreiben und diejenigen mit Deutschland als vermindert darzustellen, als den Tatsachen entsprechen – um das Gericht zu überzeugen, dass sie wirklich in England wohnen und tätig sind. Und für die englischen Richter beim Insolvenzgericht beim Londoner High Court gibt es mehr und mehr Verdacht, wenn sie einen Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens von einem Schuldner aus Deutschland erhalten – aber in der Regel können sie den Antrag ohne Nachweis von falschen Angaben nicht ablehnen – was sie selbe nicht kriegen können. Der englische Richter ist nicht befugt, außergerichtliche Untersuchungen zur Wahrheit durchzuführen. Diese Aufgabe aber unternehmen wir gerne im Auftrag von Ihnen.


Ein englisches Insolvenzverfahren kann wegen falscher Angaben beim Insolvenzantrag für nichtig erklärt werden. Dies ist in Prinzip zu jeder Zeit möglich zwar auch nach Restschuldbefreiung, aber die Aussichten auf erfolgreiche Anfechtung eines Verfahrens sind in der Regel besser, wenn der Antrag zur Erklärung der Nichtigkeit vor Restschuldbefreiung gestellt wird.


Als Fazit: sobald sie von einem Insolvenzverfahren in England einer Ihrer Schuldner hören, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne durch den Weg.